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Giornale di Scavo — Benutzerhandbuch

Das digitale Grabungstagebuch für iPhone und iPad. 100 % offline: Ihre Daten bleiben auf dem Gerät.

Kurz gesagt

Eine einzige Idee trägt alles: Jeder Grabungstag ist eine Seite, die sich von selbst füllt. Sie erfassen die Dinge dort, wo sie hingehören — einen GNSS-Punkt in der Vermessung, ein Foto in den Medien, Stunden in der Grabung — und die Tagesseite im Tagebuch sammelt alles automatisch. Am Ende der Woche oder der Grabung entstehen die Berichte von selbst aus den Seiten.

Ein typischer Tag

  1. MorgensTagesseite öffnen, Wetter und Tagebuch notieren (oder mit Diktieren sprechen)
  2. TeamIn der Grabung Anwesenheit und Stunden erfassen
  3. VermessungGNSS-Punkte aufnehmen; bei RTK zuerst einen Festpunkt prüfen
  4. FotosAus den Medien fotografieren: Koordinaten werden automatisch angehängt
  5. ZeichnungenProfil oder Planum auf einem Foto durchpausen (digitales Transparentpapier)
  6. AbendsUnter Berichte den Tagesbericht erzeugen: ein PDF, fertig zum Versand

Erste Schritte

  1. Beim ersten Start finden Sie einen Beispiel-Fundplatz. Für einen eigenen tippen Sie oben auf den Namen (Symbol 🗺) → Neuer Fundplatz… und vergeben einen Namen (z. B. „Colle Sant'Angelo — Schnitt 3“).
  2. Der Name des aktiven Fundplatzes ist oben immer sichtbar: Alle Reiter zeigen dessen Daten. Zum Wechseln tippen Sie erneut auf den Namen: Die Liste steht unter der Überschrift „Ihre Fundplätze“, und mit Fundplatz umbenennen… korrigieren Sie einen Namen, ohne etwas zu verlieren.
  3. Erteilen Sie die Berechtigungen, wenn Sie gefragt werden: Standort (für Punkte), Kamera (für Fotos), Mikrofon (fürs Diktieren), Bluetooth (nur mit externem Empfänger).

Die fünf Reiter

📓 Tagebuch

  1. Tippen Sie auf einen Tag, um seine Seite zu öffnen: Tagebuch, Wetter, Team, Punkte, Fotos und Zeichnungen des Tages sind schon da.
  2. Schreiben Sie das Tagebuch oder tippen Sie Diktieren und sprechen Sie: Die Transkription läuft auf dem Gerät und funktioniert ohne Netz.
  3. Das Wetter lässt sich von Hand eintragen (z. B. „Klarer Himmel, 28 °C, leichter Wind“) oder mit Abrufen holen: die App fragt den norwegischen Wetterdienst nach den aktuellen Bedingungen. Dafür wird ein Netz benötigt, und es geht nur am heutigen Tag — das Wetter von gestern lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Ein zweites Antippen am Nachmittag fügt eine weitere Messung hinzu. Was Sie von Hand schreiben, hat immer Vorrang.
  4. Beim Abrufen verlässt nur die auf etwa 11 Meter gerundete Position der Gegend das Gerät; in den Berichten erscheint die Zeile in der Sprache des Berichts.
Die Liste der Grabungstage
Die Liste der Grabungstage
Die Seite eines Tages
Die Seite eines Tages

📍 Vermessung

  1. Das Feld oben zeigt die Live-Position: Koordinaten, Höhen, Genauigkeit und Fix-Typ (GPS / RTK Float / RTK Fix).
  2. Bei Lotstab die Antennenhöhe (m) eintragen: Die Punkthöhe wird automatisch auf den Boden reduziert.
  3. Tippen Sie auf Punkt aufnehmen. Die Namen laufen fortlaufend (P001, P002…), eigene Namen (z. B. „Bef. 102 — Grubensohle“) und Notizen sind möglich.
  4. Wechseln Sie zwischen Liste und Karte; in der Karte lassen sich Kataster- oder andere WMS-Dienste einblenden.
  5. Festpunkte (🏁) haben ihren eigenen Bereich: aus CSV importieren oder anlegen, dann mit der Prüfung die Abweichungen ΔN/ΔE/ΔH live kontrollieren, bevor Sie messen.
  6. Die Nivellierbücher dienen als Feldbuch für das Nivelliergerät: Stationen, Rück- und Vorblicke, ab einem Ausgangsfestpunkt berechnete Höhen, mit Kontrolle des Schlussfehlers. Nivellierte Punkte kommen mit ihrer Höhe in den Fundplatz, genau wie GNSS-Punkte.
Das GNSS-Feld der Vermessung
Das GNSS-Feld der Vermessung
Punkte und Festpunkte auf der Karte
Punkte und Festpunkte auf der Karte

Jeder Punkt speichert beide Höhen: ellipsoidisch und orthometrisch (ü. NN). Mit dem internen GPS des Telefons kann die orthometrische Höhe fehlen — dafür braucht es einen externen Empfänger (siehe unten).

📷 Medien

  1. Fotografieren Sie mit der Kamerataste oder importieren Sie aus der Fotobibliothek.
  2. Fotos werden fortlaufend benannt (F001, F002…) und mit der letzten GNSS-Position georeferenziert.
  3. Beim Auslösen zeichnet die App auch die Aufnahmerichtung vom Kompass auf: In der Fotodetailansicht und in den Berichten lesen Sie „aufgenommen aus SO — 214°“, und bei senkrecht aufgenommenen Fotos (Planum, Sohle eines Befunds) die Nadir-Angabe mit der Richtung der Oberkante. Ist der Kompass gestört, sagt die App das.
  4. Tippen Sie auf ein Foto für Titel und Notizen (z. B. „Bef. 102 von Norden“).
  5. Fotoblatt teilen PRO erzeugt das Foto-Dokumentationsblatt: das Foto mit den Aufnahmedaten darunter (Fundplatz, Nummer, Datum und Uhrzeit, Koordinaten, Höhe, Richtung), eine Satellitenansicht mit Markierung und Aufnahmekegel, dem Kartenmaßstab und dem Nordpfeil. Die Karte braucht ein Netz: ohne Netz entsteht das Blatt trotzdem, mit einem größeren Datenfeld.
Die Fotogalerie
Die Fotogalerie
Die Detailansicht eines georeferenzierten Fotos
Die Fotodetailansicht: Koordinaten, Höhe und Aufnahmerichtung
Das erzeugte Fotoblatt
Das exportierte Blatt: die Aufnahmedaten, die Satellitenansicht mit dem Aufnahmekegel, der Kartenmaßstab und der Nordpfeil

✏️ Zeichnungen (in den Medien)

  1. Neues Blatt anlegen und ein Grabungsfoto als Hintergrund wählen: Ihr digitales Transparentpapier. Eine Zeichnung kann sich über mehrere Tage erstrecken.
  2. Schichten, Befunde und Steine mit dem Finger oder dem Apple Pencil durchpausen; die Deckkraft des Fotos regeln, um die Linien besser zu sehen. Mit zwei Fingern zoomen (bis 6×, Doppeltipp mit zwei Fingern für zurück auf 1×).
  3. Automatisches Nachzeichnen PRO erkennt die Kontur des Objekts, das Sie antippen (ein Stein, die Grenze einer Schicht), und verwandelt sie in eine Linie: Farbe und Strichstärke lassen sich ändern, ohne den Modus zu verlassen. Alles geschieht auf dem Gerät, ohne Netz.
  4. Textfelder für Beschriftungen (z. B. „Bef. 1002“) hinzufügen: Sie lassen sich verschieben, mit zwei Fingern skalieren und bieten vier Schriftarten zur Auswahl.
  5. Mit dem Werkzeug Maßstab (Lineal) tippen Sie die beiden Enden eines bekannten Maßes an — ein Abschnitt der Messlatte — und geben die wahre Entfernung ein: Das Foto erhält den Maßstab, und ab da sprechen die Exporte in Metern.
  6. Mit Punkt mit Höhe setzen Sie auf dem Foto das Fadenkreuz eines GNSS-Punkts des Fundplatzes (oder eines von Hand eingegebenen Punkts): Name, Höhe und Koordinaten erscheinen in einem verschiebbaren Etikett mit Hinweislinie.
  7. Mit Legende exportieren PRO: Das Bild bekommt unten einen weißen Streifen — Maßstabsbalken (falls der Maßstab gesetzt ist), Nordpfeil bei senkrecht aufgenommenen Fotos, „aufgenommen aus“ bei Frontalaufnahmen.
  8. Als Vektor exportieren PRO: SVG für die Zeichnung, oder DXF fürs GIS. Mit mindestens zwei Punkten mit Höhe und Koordinaten auf einem senkrecht aufgenommenen Foto kommt das DXF in UTM georeferenziert heraus und positioniert sich in QGIS von selbst; nur mit dem Maßstab kommt es in lokalen Metern heraus; ohne beides sagt die App das und erzeugt keine Datei ohne Einheit.
  9. Am Ende das Foto ausblenden: Die saubere Zeichnung bleibt, fertig für den Bericht.
Das digitale Transparentpapier
Das digitale Transparentpapier

👷 Grabung

  1. Anwesenheit des Tages erfassen: Name, Aufgabe und Stunden jeder Person.
  2. Geräte-Inventar führen, samt Zuordnung.
Team und Stunden
Team und Stunden

📄 Berichte

  1. Typ wählen: täglich (gratis, mit Wasserzeichen), wöchentlich, monatlich oder Abschlussbericht mit vollständigen Anhängen PRO.
  2. Berichtssprache aus siebzehn wählen, unabhängig von der App-Sprache: der Bericht kann auf Italienisch erscheinen, auch wenn Sie die App auf Deutsch verwenden.
  3. PDF erzeugen, oder DOCX mit Logo und Fotos exportieren PRO, CSV der Punkte, GeoJSON für QGIS PRO.
  4. Bei aktivierten Fotos in Berichten können Sie Fotoblätter statt Fotos PRO wählen: Jedes Foto kommt als vollständiges Dokumentationsblatt mit Daten und Karte ins PDF und DOCX, in der Sprache des Berichts.
Berichte erzeugen
Berichte erzeugen

Externer GNSS-Empfänger und NTRIP

Mit einem externen Empfänger (zentimetergenaue Antenne) erreicht die App RTK-Genauigkeit. Das interne GPS bleibt immer als Rückfallebene verfügbar.

  1. Empfänger einschalten und Bluetooth am Telefon aktivieren.
  2. In der Vermessung die Positionsquelle wählen: Externes GNSS (BLE/NMEA) PRO und den Empfänger aus der Liste auswählen. Auch MFi-Empfänger (gratis) und Empfänger mit NMEA über Netzwerk werden unterstützt.
  3. Für RTK-Korrekturen NTRIP einrichten: Caster-Adresse, Port, Mountpoint, Benutzer und Passwort (bleiben im Schlüsselbund des Geräts). Die App sendet die Position an den Caster und empfängt die Korrekturen.
  4. Auf RTK Fix warten: Zentimetergenauigkeit. Vor Beginn an einem Festpunkt prüfen.

Sicherung und Austausch

  1. Im Fundplatz-Menü Fundplatz exportieren (.zip) antippen: Alles ist enthalten — Tagebuch, Punkte, Fotos, Zeichnungen, Stunden, Festpunkte.
  2. Die ZIP-Datei beliebig aufbewahren (Dateien, Drive, E-Mail…). Sie ist Ihre Sicherung: Die App hat bewusst keine Cloud.
  3. Fundplatz importieren (.zip)… stellt den Fundplatz auf einem anderen Gerät wieder her, auch zwischen iPhone und Android.

⚠️ Fundplatz löschen… entfernt den Fundplatz mit allem Inhalt und ist unumkehrbar: im Zweifel vorher eine ZIP exportieren.

Gratis und Pro

GratisPro
Fundplätze1Unbegrenzt
GNSSInternes GPS, MFi-Empfänger+ BLE/NMEA, NTRIP
BerichteTagesbericht mit WasserzeichenAlle, ohne Wasserzeichen
ExportPDF, CSV+ DOCX mit Logo und Fotos, GeoJSON
ZeichnungenTransparentpapier, Zoom, Textfelder, Maßstab, Punkte mit Höhe+ Automatisches Nachzeichnen, mit Legende exportieren, SVG/DXF
Nivellierbücher
FotoblattTeilen und Blätter in Berichten
Diktierfunktion
Berichtssprachen1717

Pro gibt es als Monats- oder Jahresabo mit automatischer Verlängerung oder als einmaligen Lifetime-Kauf. Verwaltung und Kündigung jederzeit in den Einstellungen des Apple-Kontos.

Problemlösung

Der Bluetooth-Empfänger erscheint nicht oder verbindet sich nicht

Prüfen Sie der Reihe nach:

Ich erreiche nie RTK Fix
NTRIP verbindet sich nicht
Die Höhe ü. NN ist leer oder null

Das Telefon-GPS liefert nur die ellipsoidische Höhe. Die orthometrische Höhe (ü. NN) kommt aus der GGA-Meldung eines externen Empfängers. Ohne Empfänger wird trotzdem die ellipsoidische Höhe gespeichert.

Das Diktieren funktioniert nicht
Die Katasterkarte (WMS) erscheint nicht

Die App ist offline, WMS-Ebenen sind aber Webdienste: Sie brauchen eine Verbindung und einen funktionierenden Dienst. Das italienische Kataster ist vorkonfiguriert; für andere Länder den WMS-Endpunkt des nationalen Dienstes eintragen (EPSG:3857 erforderlich). Ohne Netz bleiben Basiskarte und Punkte sichtbar.

Fotos haben keine Koordinaten

Ein Foto übernimmt die Position vom letzten GNSS-Fix: Zuerst die Vermessung öffnen und auf eine Position warten, dann fotografieren. Ohne Standort-Berechtigung werden Fotos ohne Koordinaten gespeichert.

Im Bericht fehlen Fotos oder das Logo

Fotos in Berichten, Logo und eigene Kopfzeile gehören zu Pro und gelten für DOCX und PDF. Der kostenlose Tagesbericht trägt ein Wasserzeichen und enthält keine Fotos.

Ich habe einen Fundplatz versehentlich gelöscht

Das Löschen ist endgültig: Die Daten sind nicht wiederherstellbar (es gibt keine Cloud). Mit einer früher exportierten ZIP lässt sich der Stand jenes Tages wieder importieren. Tipp: am Ende jedes Tages eine ZIP exportieren.

Ich habe Pro gekauft, es ist aber noch gesperrt

Auf dem Pro-Bildschirm Käufe wiederherstellen antippen, mit demselben Apple-Konto wie beim Kauf. Nach einem Gerätewechsel stellt das die Mitgliedschaft oder die Lifetime-Lizenz wieder her.

„Abrufen“ ist ausgegraut oder meldet „Wetter nicht verfügbar“
Das Fotoblatt kommt ohne Karte heraus

Die Satellitenansicht stammt von Apple und braucht ein Netz: Die App wartet bis zu 15 Sekunden, dann erzeugt sie das Blatt ohne Karte (die Daten warten nicht auf das Netz). Bei langsamen Netzen auf der Grabung kann die ganze Wartezeit nötig sein: unter WLAN erneut versuchen. Ohne Koordinaten im Foto gibt es die Karte grundsätzlich nicht.

Das DXF wird abgelehnt, oder öffnet sich „in der Nähe des Ursprungs“ im GIS
Der Nordpfeil erscheint nicht bei „Mit Legende exportieren“

Der Pfeil erscheint nur bei Fotos, die mit der App-Kamera senkrecht aufgenommen wurden, da nur dabei der Azimut mit aufgezeichnet wird. Bei Frontalaufnahmen erscheint stattdessen der Schriftzug „aufgenommen aus …“ (ein Nordpfeil auf der Fläche eines Aufrisses wäre geometrisch unsinnig); bei aus der Fotobibliothek importierten Fotos fehlt beides, weil die Aufnahmedaten fehlen.